Reinigung & Wartung
Die fachgerechte PV-Reinigung erfolgt schonend mit entmineralisiertem (Osmose-)Wasser, weichen Bürsten und niedrigem Druck – nicht mit Hochdruckreiniger oder scharfen Mitteln. Entscheidend sind die richtige Methode für die jeweilige Verschmutzung, das passende Werkzeug für Dachneigung und Erreichbarkeit sowie die nötige Absturzsicherung beim Arbeiten am Dach. Falsch gereinigt drohen Kratzer, Schlieren und im schlimmsten Fall Modulschäden, die den Ertrag dauerhaft mindern.
Die gängigen Reinigungsmethoden
Welche Methode sinnvoll ist, hängt von Anlagengröße, Dachtyp, Erreichbarkeit und Art der Verschmutzung ab. In der Praxis kommen vor allem folgende Verfahren zum Einsatz:
- Reinigung mit Teleskoplanze und Osmosewasser: Der Standard für die meisten Dach- und Freiflächenanlagen. Über eine ausziehbare Lanze mit weichem Bürstenkopf wird entmineralisiertes Wasser auf das Modul gebracht. Es löst Staub, Pollen und Vogelkot und trocknet rückstandsfrei ab – ganz ohne Chemie.
- Manuelle Reinigung mit weicher Bürste: Bei hartnäckigen, punktuellen Verschmutzungen wird die Modulfläche direkt, aber druckarm bearbeitet. Wichtig ist eine Bürste mit weichen Borsten, die die Antireflexbeschichtung nicht zerkratzt.
- Reinigungsroboter: Für große, gut zugängliche Freiflächen- oder Hallendachanlagen können bürstenbasierte Roboter wirtschaftlich sein. Sie arbeiten gleichmäßig, benötigen aber eine geeignete Modulanordnung und Zufahrt.
- Reines Wasser ohne Bürste (nur bei losem Staub): Bei sehr leichter Verschmutzung kann reines Abspülen genügen. Bei verkrustetem Schmutz reicht das jedoch nicht aus.
Allen seriösen Verfahren gemeinsam ist: niedriger Druck, weiche Werkzeuge und kalkfreies Wasser. Ob sich eine Reinigung überhaupt rechnet, lässt sich vorab mit unserem Reinigungsrechner abschätzen.
Worauf bei der Reinigung zu achten ist
Photovoltaik-Module sind robust, aber die Oberfläche ist empfindlicher, als viele denken. Wer falsch reinigt, riskiert mehr Schaden als Nutzen. Diese Punkte sind in der Praxis am wichtigsten:
- Kein Hochdruck: Hoher Druck kann Dichtungen, Rahmen und die Beschichtung schädigen und feine Zellrisse (Microcracks) begünstigen.
- Entmineralisiertes Wasser statt Leitungswasser: Kalk im Leitungswasser hinterlässt Schlieren, die selbst wieder leicht verschatten.
- Weiche Bürsten, keine Scheuermittel: Harte Borsten oder Scheuerschwämme erzeugen feine Kratzer, die den Lichteinfall mindern.
- Richtige Tageszeit: Reinigung bei kühlen Modulen (früh morgens oder am Abend, nicht in der prallen Mittagssonne) vermeidet Spannungsrisse durch Temperaturschock und schnelles Antrocknen.
- Temperatur beachten: Bei Frost wird nicht gereinigt – gefrierendes Wasser kann Module und Glas schädigen.
- Herstellervorgaben einhalten: Viele Modulhersteller machen konkrete Angaben zu zulässigem Druck, Wasserhärte und Mitteln. Verstöße können die Gewährleistung gefährden.
Eine professionelle Reinigung ist deshalb nicht nur Putzen, sondern Teil der Anlagenpflege. Wie sie sich in den laufenden Betrieb einordnet, zeigt unsere Wartungs-Checkliste für Betreiber.
Sicherheit und Erreichbarkeit am Dach
Der oft unterschätzte Teil jeder Dachreinigung ist die Arbeitssicherheit. Sobald auf dem Dach gearbeitet wird, gelten in Österreich die Vorgaben des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) und der Bauarbeiterschutzverordnung (BauV) – auch bei Reinigungsarbeiten. Ohne geeignete Absturzsicherung darf nicht gearbeitet werden.
- Vom Boden aus reinigen, wo möglich: Mit Teleskoplanzen lassen sich viele Flächen erreichen, ohne das Dach zu betreten – das ist die sicherste Variante.
- Anschlagpunkte und PSAgA: Muss das Dach betreten werden, braucht es geprüfte Anschlagpunkte und persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz. Mehr dazu in unserem Beitrag zu den Anschlagpunkten am PV-Dach.
- Geschultes Personal: Reinigung und Sicherung gehören in geübte Hände – improvisierte Lösungen mit Leiter und Gartenschlauch sind gefährlich und meist auch nicht wirksam.
- Eine Lösung aus einer Hand: Wer Montage, Absturzsicherung und Reinigung kombiniert, spart Wege und stellt sicher, dass die Schutzeinrichtungen zur Anlage passen. Einen Überblick über unsere Leistungen finden Sie auf der Leistungsseite.
Häufige Fragen
Darf man PV-Module mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
Nein. Hochdruck kann die Modulrahmen, die Dichtungen und die Antireflexbeschichtung beschädigen und feine Risse in der Zelle (Microcracks) begünstigen. Fachgerecht wird mit niedrigem Druck, weichen Bürsten und entmineralisiertem Wasser gearbeitet.
Warum wird entmineralisiertes Wasser verwendet?
Osmose- oder entmineralisiertes Wasser trocknet rückstandsfrei ab. Normales Leitungswasser hinterlässt durch den Kalkgehalt Schlieren und Flecken, die selbst wieder als leichte Verschattung wirken können.
Braucht man für die PV-Reinigung Reinigungsmittel?
In der Regel nicht. Üblicher Schmutz wie Staub, Pollen und Vogelkot löst sich mit reinem entmineralisiertem Wasser und weicher Bürste. Chemische Mittel werden nur in Ausnahmefällen und nur dort eingesetzt, wo sie modulverträglich freigegeben sind.
Reinigung samt Absturzsicherung gefällig? Wir reinigen Ihre Anlage fachgerecht und sicher – alles aus einer Hand.
Jetzt anfragen →
Weiterlesen